Ausgezeichnete Geschichten über die Kraft des Mittelstands
Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Er schafft Arbeitsplätze, treibt Innovationen voran und gestaltet gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mit. Gleichzeitig stehen mittelständische Unternehmen vor tiefgreifenden Herausforderungen – von Digitalisierung und Fachkräftemangel bis hin zu Transformation, Nachfolge und internationalem Wettbewerb. Umso wichtiger ist ein Journalismus, der diese Entwicklungen sichtbar macht, Hintergründe beleuchtet und wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich erklärt.
Genau diesem Anspruch widmet sich der Medienpreis Mittelstand. Am 16. Juni 2026 wurden die Preisträgerinnen und Preisträger des 23. Medienpreises Mittelstand im Haus der Commerzbank am Brandenburger Tor in Berlin ausgezeichnet. Vor Vertreterinnen und Vertretern aus Medien, Wirtschaft und Mittelstand würdigte der Wettbewerb erneut journalistische Arbeiten, die den Mittelstand in all seiner Vielfalt, Bedeutung und gesellschaftlichen Relevanz in den Mittelpunkt stellen.
Die eingereichten Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig die Themenwelt des Mittelstands inzwischen in der Berichterstattung aufgegriffen wird. Ob Unternehmensnachfolge, Innovation, Digitalisierung, Energiewende oder die Geschichten hinter erfolgreichen Familienunternehmen – die Beiträge überzeugten durch journalistische Qualität, intensive Recherche und eine differenzierte Darstellung wirtschaftlicher Zusammenhänge.
Dabei wurde einmal mehr deutlich: Mittelstand ist weit mehr als eine wirtschaftliche Kennzahl. Er steht für Menschen, Ideen, Verantwortung und Unternehmergeist.
Die Gewinnerinnen und Gewinner 2026
Den ersten Platz in der Kategorie Print regional belegte Andreas Wenderoth (Reportagen-Magazin) mit seinem Beitrag „Berlins letzter Schuhmacher“. Mit großer Nähe zum Handwerk und seinen Protagonisten zeichnet der Beitrag ein eindrucksvolles Bild eines traditionsreichen Gewerks im Wandel. Der zweite Platz ging an Thorsten Vaas (Rems-Zeitung) für „Anatomie eines Abbruchs“. In seiner investigativen Reportage deckt er die tiefe strukturelle Krise der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd auf.
In der Kategorie Print national überzeugte Dr. Max Rauner (ZEIT WISSEN) mit seinem Beitrag „Willkommen in Haus E“ und wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. In seinem Artikel beschäftigt er sich mit den Entwicklungen rund um bezahlbaren, nachhaltigen und lebenswerten Wohnraum. Den zweiten Platz erhielt Caspar Schlenk (manager magazin) für „Karriereziel Firmenpatriarch“, hier wird dargestellt, wie eine lukrative Alternative zum Start-up aussehen kann: der Kauf von Mittelständlern ohne Nachfolger mit Investorengeld. Platz drei ging an Rolf-Herbert Peters (Stern) für seinen Beitrag „Hoch im Westen“. Er porträtiert vier Unternehmerinnen und Unternehmer, die im Ruhrgebiet mit Unternehmermentalität glänzen.
Den ersten Platz in der Kategorie TV min sicherte sich Daniel Sprenger (NDR) mit dem extra3-Beitrag „Behörde moniert Gin wegen zu kleinem ,e‘ auf dem Etikett“. Der Beitrag zeigt auf satirisch überspitzte Weise, wie ausufernd Paragrafenreiterei für kleine Unternehmen gefährlich werden kann. Auf dem zweiten Platz folgten Jan-Manuel Müller und Christian Schmidt (ZDF) mit „Sascha Nuhn: ein Gastronom findet Gehör“. Sie berichten über einen Gastronomen, der selbst gehörlos ist und in seinem Café Inklusion lebt, indem er gehörlose und hörende Menschen Seite an Seite und auf Augenhöhe arbeiten lässt. Auf Platz drei in der Kategorie finden sich sowie Benjamin Arnold und Til Schäbitz (MDR) mit „fakt: Grüner Wasserstoff“. Sie widmeten sich der Frage, ob zukünftige Energieträger bald weniger gefragt sind.
In der Kategorie TV max gewann Klaus Scherer (NDR) mit seiner Dokumentation „Wirtschaft im Stresstest“. Er hat ein Jahr mehrere mittelständische Unternehmen begleitet und analysiert, wie sie das Jahr 2025 mit all seinen Turbulenzen gemeistert haben. Den zweiten Platz belegten Kim Esther Uhlich und Anja Kollruß (ZDF WISO) mit „Update überfällig. Wie digital ist die Wirtschaft?“. Sie gehen den Ursachen des vermeintlichen digitalen Stillstands in der Wirtschaft auf den Grund. Auf Platz drei wurde Viktoria Timkanicova (ZDF) für „Hidden Champions: Barfußschuhe“ ausgezeichnet. Sie begleitet in ihrem Film die Unternehmerin Anna Yona in einer großen Umstruktierungsphase.
Die Auszeichnung in der Kategorie Hörfunk/Podcasts ging an Marlene Halser für ihren Podcast-Reihe „Wolf of Cannabis“ auf WDR 1LIVE. Darin wird der streitlustige Unternehmer Nikas Kouparanis auf seinem Weg durch den Dschungel der Cannabis-Legalisierung begleitet.
Mit dem Sonderpreis Existenzgründer / Start-ups wurde Jochen Knoblach für seinen Beitrag „Die Öl-Kopierer“ in der Berliner Zeitung geehrt. Darin berichtet er über drei junge Wissenschaftler, die ihre lukrativen Jobs an den Nagel gehängt haben, um die Dekarbonisierung der Industrie mit mehr Tempo voranzutreiben.
(Alle Beiträge zum 23. Medienpreis Mittelstand finden Sie unter diesem Link)




