Wenn Bürokratie zum Thema guter Geschichten wird
Preisverleihung am 19. Juni 2025 in Berlin
Der 22. Medienpreis Mittelstand zeigte einmal mehr, wie vielfältig und relevant journalistische Berichterstattung über den deutschen Mittelstand sein kann. Bei der Preisverleihung im Haus der Commerzbank am Brandenburger Tor wurden Arbeiten ausgezeichnet, die wirtschaftliche Entwicklungen, unternehmerische Herausforderungen und innovative Ideen eindrucksvoll sichtbar machen.
Ein Thema zog sich durch viele der ausgezeichneten Beiträge: Bürokratie. Ob Start-ups mit neuen Geschäftsmodellen oder etablierte Betriebe, die sich täglich durch komplexe Regelwerke bewegen müssen – die Beiträge zeigten, wie stark Vorschriften und Verwaltungsprozesse den Unternehmensalltag prägen. Gleichzeitig machten sie deutlich, welche Kreativität und Ausdauer mittelständische Unternehmen entwickeln, um mit diesen Herausforderungen umzugehen.
In der Kategorie Print National überzeugte Miguel Helm (DIE ZEIT) mit seiner Reportage „EILT SEHR!“, die den Druck und die Dynamik im Mittelstand eindrucksvoll beschreibt. Auf den weiteren Plätzen folgten Dominik Reintjes (Wirtschaftswoche) mit „Viertagewoche: Weniger strengt an“ sowie Jan Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung) mit „Aufwachen“.
Auch im Fernsehen griffen viele Beiträge zentrale wirtschaftliche Fragen auf. In der Kategorie TV min gewann Steffen Clement (ARD/HR) mit seinem Beitrag „Wirtschaftskrise in Deutschland – was da auf uns zukommt“. Auf den weiteren Plätzen folgten Naïma Kunze (HR) mit „Inflation – warum regionale Mittelständler das Nachsehen haben“ sowie Katja Herr (MDR) mit „Traumjob Baggerfahrer: Welche Ausbildungsberufe im Trend liegen“.
Bei den längeren TV-Beiträgen (TV max) setzten sich Felix Seibert-Daiker und Vincent Tandler-Schneider (MDR) mit ihrer Reportage „Erdrückende Papierflut: Von Bürokratiemonstern, Überregulierungen und Schnappatmung“ durch. Den zweiten Platz belegten Melanie Stucke und Gesine Enwaldt (ARD) mit „Die Brötchen Bürokratie“, gefolgt von Florian Neuhann, Andrea Schäfer und Stefan Ebling (ZDF) mit „Am Puls mit Florian Neuhann – Made in Germany am Ende?“.
Im Hörfunk wurde Martina Meißner (WDR) für ihren Beitrag „Es war einmal… eine Bierkönigin – Rosemarie Veltins“ ausgezeichnet.
Der Nachwuchspreis ging an Jakob Hörner (ZDF) für seine Arbeit „Zu viel Bürokratie – Regelwut und lange Wege“, die zeigt, wie komplexe wirtschaftliche Themen verständlich und spannend erzählt werden können.
Mit dem Sonderpreis Existenzgründung / Start-ups wurde Christof Dörr (ARD/HR) für seinen Beitrag „Rotorblätter aus Holz“ ausgezeichnet – eine Geschichte über Innovationskraft und Unternehmergeist trotz bürokratischer Hürden.
Der Abend machte deutlich: Hinter wirtschaftlichen Entwicklungen, Vorschriften und politischen Rahmenbedingungen stehen immer auch Geschichten von Menschen, Ideen und Unternehmen. Der Medienpreis Mittelstand würdigt genau diese journalistische Arbeit und rückt den Mittelstand in den Fokus der öffentlichen Berichterstattung.
(Alle Beiträge zum 22. Medienpreis Mittelstand finden Sie unter diesem Link: Rückblick 22. Medienpreis Mittelstand)




